Die Ver­wen­dung von Bil­dern ist heut­zu­ta­ge gang und gäbe in Prä­sen­ta­tio­nen, Web­sei­ten, Social-Media-Kanä­len etc.

Doch dür­fen Fotos aus dem Inter­net über­haupt ver­wen­det wer­den oder müs­sen eini­ge Anfor­de­run­gen beach­tet wer­den, um die­se nut­zen zu können?

Grund­sätz­lich unter­lie­gen Fotos dem Urhe­ber­recht. Das Urhe­ber­recht schützt Foto­gra­fien aller Art. Laut § 2 des Urhe­ber­schutz­ge­set­zes wer­den Fotos als geis­ti­ge Schöp­fung defi­niert. Aus die­sem Grund besitzt die Urhe­be­rin oder der Urhe­ber die allei­ni­gen Fotorechte.

Das hat zur Fol­ge, dass vor der Ver­wen­dung eines Fotos die Zustim­mung des Urhe­bers ein­zu­ho­len ist. Beach­ten Sie hier­bei die Lizenz- oder Nutzungsrechte.

Einholung der Zustimmung nicht möglich

Ist die Ein­ho­lung einer Zustim­mung nicht mög­lich, so kön­nen Lizenz­rech­te gekauft wer­den. Soll­ten Sie ein Bild kau­fen, ach­ten Sie dar­auf, dass die Lizenz­rech­te klar defi­niert sind.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit ist, dass Sie die Fotos selbst schie­ßen. In die­sem Fal­le dür­fen Sie das Bild wie Sie möch­ten nut­zen, außer eine ande­re Per­son ist auf dem Bild zu erken­nen. Dann brau­chen sie des­sen Ein­wil­li­gung für die Ver­öf­fent­li­chung.  Denn jeder Mensch hat das Recht selbst zu ent­schei­den, ob er foto­gra­fiert wird und ob die­se Bil­der ver­öf­fent­licht wer­den dür­fen (Recht am eige­nen Bild).

Wich­tig ist, dass Sie bei einer Ein­wil­li­gung schrift­lich fest­hal­ten, für wel­chen Zweck das Bild ist – eine nach­träg­lich Zweck­än­de­rung ver­langt eine neue Ein­wil­li­gung. Das Pro­blem ist jedoch, dass wenn die Ein­wil­li­gung wider­ru­fen wird, alle Bil­der gelöscht bzw. zurück­ge­holt wer­den müs­sen. Aus die­sem Grund schlie­ßen die meis­ten Foto­gra­fen einen Model-Release Ver­trag ab, indem die wesent­li­chen Infor­ma­tio­nen bezüg­lich der Bild­rech­te auf­ge­führt sind. Wider­ruft näm­lich das Model sei­ne Ein­wil­li­gung, so muss es unter Umstän­den die durch den Wider­ruf ein­tre­ten­den wirt­schaft­li­chen Ein­bu­ßen des Foto­gra­fen finan­zi­ell ausgleichen.

Es gibt auch eini­ge Aus­nah­men i.S.d. § 23 Kunst­ur­he­ber­ge­setz, wel­che kei­ne Ein­wil­li­gung für die Ver­wen­dung eines Bil­des vor­aus­set­zen. Die­se wären:

  • Bild­nis­se aus dem Bereich der Zeitgeschichte
  • Bil­der, auf denen die Per­so­nen nur als Bei­werk neben einer Land­schaft oder sons­ti­gen Ört­lich­keit erscheinen
  • Bil­der von Ver­samm­lun­gen, Auf­zü­gen und ähn­li­chen Vor­gän­gen, an denen die dar­ge­stell­ten Per­so­nen teil­ge­nom­men haben
  • Bild­nis­se, die nicht auf Bestel­lung ange­fer­tigt sind, sofern die Ver­brei­tung oder Schau­stel­lung einem höhe­ren Inter­es­se der Kunst dient.

Liegt eine Aus­nah­me i.S.d. § 23 Kunst­er­he­ber­ge­set­zes vor, so ist eine Ein­wil­li­gung entbehrlich.

Creative Commons Zero Lizenzen

Zu guter Letzt gibt es noch die Crea­ti­ve Com­mons Zero Lizen­zen. Bil­der in Goog­le, wel­che als CC0 mar­kiert sind, ste­hen der All­ge­mein­heit zur Ver­fü­gung. Die­se Lizen­zen ermög­li­chen näm­lich die Inhal­te so zu ver­wen­den, als wären die­se frei von Urhe­ber­rech­ten, so dass auch kei­ne Namens­nen­nung des Urhe­bers erfor­der­lich ist. Aller­dings bleibt auch hier ein Rest­ri­si­ko, da Fotos von jeder­mann hoch­ge­la­den wer­den kön­nen, ohne dass der Urhe­ber hier­von Kennt­nis hat.

Falls Sie Fra­gen hier­zu haben soll­ten, unter­stüt­zen wir Sie ger­ne. Dazu reicht eine E‑Mail an: datenschutz@blusystems.de